Ein Industrieland wie Deutschland braucht eine verlässliche, bezahlbare und leistungsfähige Energieversorgung. In den letzten Jahren haben Preis- und Strukturbrüche im Energiesektor gezeigt, dass Versorgungssicherheit, Netzstabilität und Bezahlbarkeit zugleich gesichert werden müssen. Unsere Energiepolitik orientiert sich an Pragmatismus, technischer Evidenz und einer klaren Prioritätensetzung: Versorgungssicherheit und industrielle Wettbewerbsfähigkeit, soziale Verträglichkeit für Haushalte und Unternehmen sowie langfristige Klimaziele.
Auf einen Blick
5 Leitprinzipien und 7 Forderungen im vollen Wortlaut. Wählen Sie eine Forderung, um direkt dorthin zu springen.
- Kernenergie & neue Grundlastoptionen
- Erneuerbare Energien & Speicher als partnerschaftlicher Baustein
- Energiebezahlbarkeit & Zielgruppenscharfe Entlastung
- Versorgungssicherheit, Netze & Marktoperation
- Wasserstoff & Power-to-X als industrielle Transformationsoption
- Reform der Förderinstrumente (EEG → technologie-neutraler Mechanismus)
- Governance, Forschung & Industriepolitik
Unsere Leitprinzipien
Versorgungssicherheit zuerst
Netze, Grundlastfähigkeit und Speicher sind nicht verhandelbar, Blackouts gefährden Menschenleben, Betriebe und kritische Infrastrukturen.
Technologieoffenheit & Evidenz
Technologieentscheidungen beruhen auf Kosten-Nutzen-, Sicherheits- und Zeithorizont-Analysen, nicht auf ideologischen Vorfestlegungen.
Bezahlbarkeit & Zielgerichtete Entlastung
Energie muss für Haushalte und Industrie bezahlbar bleiben; Entlastungen sind zielgerichtet zu gestalten, nicht pauschal.
Systemeffizienz statt Subventionseffekte
Förderinstrumente sind zeitlich befristet, ressourcenwirksam und marktwirksam zu gestalten (Sunset-Prinzip).
Research & Scale-Up
Forschung (z. B. SMR, Fusionsforschung, Speicher, Power-to-X) wird aktiv gefördert, damit deutsche Industrie von technologischen Sprüngen profitiert.
Konkrete Forderungen und Maßnahmen
1 Kernenergie & neue Grundlastoptionen
Forschungs- und Demonstrationsprogramme für SMRs & Fusionsansätze
Massive nationale Förderlinien für kleine modulare Reaktoren (SMR) und Fusionsforschung (Public-Private-Partnerships; Pilotanlagen, Sicherheitsforschung). Ziel: Evaluieren, ob moderne Reaktortechnologien mittelfristig (ab 2030er-/2040er-Jahren) einen sicheren Beitrag zur Stromversorgung leisten können.
Regulatorischer Prüfpfad
Aufbau eines transparenten Prüfpfads (Sicherheitsstandards, Zulassungskapazitäten) für neue Kerntechnologien – damit Entscheidungen nicht ad hoc, sondern reguliert und evidenzbasiert getroffen werden.
2 Erneuerbare Energien & Speicher als partnerschaftlicher Baustein
Marktbasierte Förderarchitektur
Ablösung pauschaler Einspeisevergütungen durch technologie-neutral ausgeschriebene Kapazitäts- und Stabilitätsmechanismen (z. B. Auktionen für regelbare Erzeugung, Kapazitätsmechanismen, Systemdienstleistungsverträge). Die historische EEG-Umlage wurde in Deutschland bereits reformiert/neu finanziert, Folge: neue Finanzierungsmodelle sind nötig, transparent und zielgerichtet.
Weiterer, schneller Ausbau von Wind & Solar, dort wo Akzeptanz, Netzanbindung und Flächenbedingungen gegeben sind; gleichzeitig massive Investitionen in stationäre und systemische Speicher (Batterien, Pumpspeicher, Power-to-X). Ziel: volatile Erzeugung mit Speichern und Flexibilitätsoptionen koppeln.
3 Energiebezahlbarkeit & Zielgruppenscharfe Entlastung
Senkung nicht-bedarfsorientierter Abgaben
Prüfung und Abbau nicht zweckgebundener Umlagen/Abgaben auf Strom, die Haushalte und energieintensive KMU überproportional treffen; klare Regelungen, dass Entlastungen temporär und zielgerichtet erfolgen. (Ausgestaltung fiskalisch prüfen.)
Gezielte Sozialpuffer
Energiepreis-Transfers für vulnerable Haushalte statt flächendeckender Subventionen; effiziente, bedarfsgeprüfte Instrumente (z. B. Warmeleitsysteme, Zuschüsse, Energiesparberatung).
4 Versorgungssicherheit, Netze & Marktoperation
Prioritärer Netzausbau & Engpassmanagement
Beschleunigung von Korridorausbau, digitale Netzsteuerung (Smart Grid), Netzinvestitionen in Transport- und Verteilnetz; klare Genehmigungsfast-lanes für Netzausbauprojekte.
Speicher- und Systemdienstleistungen
Marktmechanismen für Netzstabilität (z. B. gezielte Ausschreibungen für Systemdienstleistungen, Reservekapazitäten).
Diversifizierung von Energieimporten
LNG-Terminals, internationale Wasserstoffpartnerschaften, strategische Gas- und Brennstoffreserven zur Risikoreduktion – Frei jeglicher politischer Überzeugungen, stattdessen die Versorgungssicherheit und Kosteneffizienz in den Vordergrund stellen.
5 Wasserstoff & Power-to-X als industrielle Transformationsoption
Massiver Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur
Elektrolysekapazitäten, Transport-/Leitungsnetze, Import-Hubs – in enger Abstimmung mit industriellen Abnehmern. Die National Hydrogen Strategy ist die Basis, deren Ziele (GW-Ziele) weiter ausgebaut und wirtschaftlich gemacht werden müssen.
Förderung industrieller Anwendung
Anreize für Re-Electrification-Projekte, Stahlreduktion durch H2-Stahlerzeugung, chemische Grundstoff-Substitution.
6 Reform der Förderinstrumente (EEG → technologie-neutraler Mechanismus)
Schrittweiser Ersatz der bisherigen Einspeise-Mechanik
Übergang zu technologieoffenen Auktionen für Erzeugung, Kapazität und Systemdienstleistungen; Abbau von marktverzerrenden Fixvergütungen, gekoppelt an klare Übergangsregelungen für Betreiber und Investoren.
7 Governance, Forschung & Industriepolitik
Energie-Forschungsnetzwerk
Koordination von Universitäten, Fraunhofer-Instituten, Industrie-Konsortien (SMR, Fusion, Speicher, Netzsteuerung). Öffentliche Förderung an klare Skalierungsziele koppeln.
Planungs- und Entscheidungs-Dashboard
Öffentliche Transparenz über Kosten-Nutzen-Analysen, Zeitpläne, Projekt-Status (Netzausbau, Speicher, H2-Terminals).
Begründung und Quellen
Hohe Preise & Versorgungsthemen: Deutschland erlebte in den letzten Jahren deutliche Ausschläge bei Strom- und Gaspreisen; Netzbetreiber und Marktanalysen weisen auf die Relevanz von Preis-, Versorgungs- und Marktgebühren hin, Reformbedarf bei Finanzierungsinstrumenten und Netzinfrastruktur ist belegt.
SMR & Fusionsforschung: International wächst die SMR- und Fusionsforschung erheblich; NEA/OECD und Forschungsinitiativen zeigen breite Aktivität und Finanzierung – Deutschland sollte gezielt mitsteigen, um technologische Optionen zu prüfen. Das schließt Sicherheits- und Zulassungsfragen mit ein.
EEG-Reformen & Marktdesign: Die EEG-Finanzierung wurde bereits reformiert; ein weiterer Übergang zu technologie-neutralen, zielorientierten Instrumenten (Auktionen für Kapazität/Regelenergie) ist ökonomisch sinnvoll, um Systemanreize zu optimieren.
Wasserstoff: Die National Hydrogen Strategy und Folgeprogramme zeigen, dass H2-Infrastruktur hohe Investitionen erfordert, aber große Chancen für industriepolitische Reshoring-Effekte und Dekarbonisierung bietet – Kosten und Nachfrageentwicklung sind jedoch unsicher und müssen marktgetestet werden.
IAEA/IEA-Einschätzungen: Internationale Agenturen betonen, dass Regierungen die Transition mit pragmatischen, landesspezifischen Paketen begleiten müssen, technologieoffen, mit klarer Priorisierung von Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Emissionswirkung.