Ökologisch · Thema 16 von 24

Landwirtschaft

Ernährungssouveränität sichern.

Die Landwirtschaft ist Grundlage unserer Ernährung, Teil unserer Kulturlandschaft und ein zentraler Faktor nationaler Resilienz. Viele bäuerliche Betriebe stehen unter massivem Druck: steigende Auflagen, administrative Lasten, Preisdruck durch Importe und Herausforderungen bei Hofnachfolge und Betriebserneuerung bedrohen Existenzen. Die UDFE steht an der Seite der Landwirtinnen und Landwirte. Nur eine starke, produktive und zugleich nachhaltige heimische Landwirtschaft sichert bezahlbare Lebensmittel, artgerechte Tierhaltung und eine gepflegte Kulturlandschaft, heute und für kommende Generationen.

Auf einen Blick

6 Leitprinzipien und 17 Forderungen im vollen Wortlaut. Wählen Sie eine Forderung, um direkt dorthin zu springen.

  1. Gezielte Förderungen für Familienbetriebe
  2. Nachfolge- und Übergangsprogramme
  3. Ausbildung & Qualifizierung
  4. Faire Einkaufspraktiken & Lieferverträge
  5. Preistransparenzplattform & Marktinformationen
  6. Vertragliche Mindestvergütung bei Direktabnahme
  7. Bevorzugung lokaler Kreisläufe in öffentlicher Beschaffung
  8. Förderung von Verarbeitungskapazitäten vor Ort
  9. Übergangsfinanzierung für Tierwohl-Umstellungen
  10. Anreize für ressourcenschonende Praktiken
  11. Praktikable Genehmigungs- und Dokumentationsregeln
  12. Äquivalenzanforderungen & Herkunftskennzeichnung
  13. Anti-Dumping- und Durchsetzungsinstrumente
  14. Landwirtschaftliche Infrastruktur
  15. Digitalisierungsoffensive Landwirtschaft
  16. Gezielte Steuererleichterungen
  17. Zielgerichtete Agrarförderung

Unsere Leitprinzipien

Ernährungssouveränität & Versorgungssicherheit

Deutschland soll seine Grundversorgung national absichern und strategisch unabhängiger werden.

Betriebs- und Familienfreundlichkeit

Förderung zielt auf kleine und mittlere Familienbetriebe sowie auf Nachfolge- und Existenzsicherung.

Pragmatischer Umweltschutz & Tierwohl

Ökologische Ziele und Tierwohl sind wichtig, ihre Umsetzung muss technisch möglich und wirtschaftlich tragbar sein; Umbauhilfen begleiten notwendige Veränderungen.

Faire Märkte & Preistransparenz

Erzeuger müssen faire Konditionen und verlässliche Vertragsbeziehungen gegenüber Handelsketten erhalten.

Weniger Bürokratie, mehr Beratung

Verwaltung soll entlasten; Beratung, Forschung und Digitalisierung sollen Betriebspraktiken verbessern.

Regelkonforme Importe & Wettbewerbsneutralität

Importprodukte sollen Herkunft und Produktionsstandards offenlegen; Wettbewerbsverzerrende Dumpingpraktiken sind zu verhindern – im Einklang mit WTO-/EU-Recht.

Konkrete Forderungen und Maßnahmen

Stärkung der Bauernbetriebe & Nachfolge

A1 Gezielte Förderungen für Familienbetriebe

Umgestaltung nationaler Förderlinien: Höhere direkte Förderanteile (Top-ups) für kleine und mittlere Höfe; Förderung betrieblicher Investitionen (Maschinen, Verarbeitung, Digitalisierung) mit günstigen Kreditzugängen.

A2 Nachfolge- und Übergangsprogramme

Steuerliche Erleichterungen und zinsgünstige Überbrückungskredite für Hofübernahmen; Mentoring-Programme und Gründerunterstützung für junge Landwirtinnen und Landwirte.

A3 Ausbildung & Qualifizierung

Ausbau der agrarischen Berufsausbildung, duale Modelle, mehr Forschungspfade in angewandter Agrartechnik, Tierhaltung und Betriebswirtschaft.

Marktwirtschaftliche Fairness & Preisstabilität

B1 Faire Einkaufspraktiken & Lieferverträge

Einführung und Durchsetzung verbindlicher Regeln gegen missbräuchliche Einkaufspraktiken (Transparenzpflicht, Fristannahmen, verpflichtende Verträge bei Direktlieferungen), orientiert an EU-Initiativen gegen Unfaire Handelspraktiken im Agrarsektor. Sanktionen bei Vertragsbruch.

B2 Preistransparenzplattform & Marktinformationen

Einrichtung eines öffentlichen Marktinformationssystems mit tagesaktuellen Preisen, Handelsvolumina und Vertragsbedingungen zur Verhandlungsstärkung der Produzenten.

B3 Vertragliche Mindestvergütung bei Direktabnahme

Statt pauschaler staatlicher Preisfestschreibung: verpflichtende, transparente Rahmenverträge bei Großabnahmen (LEH, Großküchen) mit Schiedsmechanismen zur Bestimmung fairer Preise auf Basis Produktionskosten und Gewinnmarge.

Regionalisierung & Wertschöpfungsketten

C1 Bevorzugung lokaler Kreisläufe in öffentlicher Beschaffung

Kommunen, Schulen, Krankenhäuser und Behörden priorisieren regionale Produkte bei vergleichbarer Qualität, soweit zumutbar und wirtschaftlich sinnvoll. Beschaffungsrichtlinien mit lokaler Quote und einfacher Zertifizierung.

C2 Förderung von Verarbeitungskapazitäten vor Ort

Investitionshilfen für regionale Verarbeitungsbetriebe, Schlachtung und Lagerlogistik, um Abhängigkeit von großen Aggregatoren zu reduzieren.

Umweltschutz, Tierwohl & nachhaltige Produktion

D1 Übergangsfinanzierung für Tierwohl-Umstellungen

Förderprogramme, Investitionszuschüsse und Pachtzuschüsse für Betriebe, die in tiergerechte Haltungssysteme investieren; flankierende Beratung, um Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

D2 Anreize für ressourcenschonende Praktiken

Prämien für Fruchtfolge, Zwischenfrüchte, reduzierte Düngebilanz, Erosionsschutz und Aufforstung; verstärkte Förderung von Agroforst- und ökologischen Pufferstreifen.

D3 Praktikable Genehmigungs- und Dokumentationsregeln

Bürokratieabbau bei Nachweispflichten, Digitalisierung von Meldungen und Möglichkeit standardisierter, auditbasierter Kontrollen statt dauernder Einzelbelege.

Handel, Importe & Wettbewerbsregeln

E1 Äquivalenzanforderungen & Herkunftskennzeichnung

Auf EU-Ebene und national: Durchsetzung von Mindestanforderungen für Einfuhren (z. B. Rückstandsnormen, Tierwohlanforderungen, Pflanzenschutz-Standards) und verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Frischprodukte und Rohware.

E2 Anti-Dumping- und Durchsetzungsinstrumente

Stärkere Zoll- und Marktüberwachung gegen Dumpingpreise und Verstöße; Bund fördert Kontrollen und Rechtsdurchsetzung gegen illegale Wettbewerbsverzerrungen. Maßnahmen müssen WTO-/EU-kompatibel ausgestaltet sein.

Infrastruktur, Digitalisierung & Versorgungssicherheit

F1 Landwirtschaftliche Infrastruktur

Ausbau von Lagerkapazitäten, Verarbeitungseinrichtungen, ländlicher Verkehrsinfrastruktur und regionalen Vermarktungsplattformen.

F2 Digitalisierungsoffensive Landwirtschaft

Beratungs- und Förderprogramme für Präzisionslandwirtschaft (Sensorsysteme, Wetterdaten, Nährstoffmanagement) zur Ertrags- und Ressourceneffizienz.

Steuerpolitik & Förderarchitektur

G1 Gezielte Steuererleichterungen

Steuerliche Erleichterungen für Investitionen in Tierwohl, Klima-Anpassungsmaßnahmen und Energiesparprojekte (Sonderabschreibungen, Investitionsboni).

G2 Zielgerichtete Agrarförderung

Umorientierung von pauschalen Flächenprämien hin zu öffentlich-gebundenen Leistungen (Ökosystemleistungen, Hochwasserpuffer, Biodiversitätszahlungen), die kleinen Betrieben zugutekommen.

Begründung und Quellen

Existenzsicherung der Höfe: Zahlreiche Analysen zeigen, dass besonders kleine und mittlere Höfe unter Preisdruck, festen Plattformmargen und hohen Fixkosten leiden – Nachfolge- und Investitionsprobleme sind weit verbreitet. Unterstützung für Hofübergaben und Kapitalzugang wirkt direkt gegen Betriebsaufgabe.

Faire Handelspraktiken wirken: Verpflichtende Transparenz und vertragliche Mindeststandards stärken Verhandlungsmacht der Produzenten und reduzieren Ausbeutungsrisiken; EU-Initiativen gegen Unfaire Handelspraktiken zeigen Wege und Wirkung.

Regionalisierung reduziert Emissions- und Transportkosten: Kurze Wertschöpfungsketten erhöhen Wertschöpfung vor Ort, reduzieren Transportemissionen und stärken regionale Resilienz. Öffentliche Beschaffung ist ein starker Hebel.

Tierwohl mit Übergangsfinanzierung praktikabel: Empirische Auswertungen belegen: kombinierte Maßnahmen aus Investitionshilfen, Marktanreizen und Beratung erzielen bessere Akzeptanz als sofortige Verbote.

Importstandards & Gleiche Regeln: Wettbewerbsverzerrende Importe untergraben heimische Standards; Herkunftskennzeichnung und Durchsetzung von Mindeststandards sind politisch und technisch umsetzbar – oft auf EU-Ebene am effektivsten.

Bürokratieabbau & Digitalisierung sparen Zeit und Kosten: Digitalisierte Melde- und Prüfprozesse reduzieren Verwaltungsaufwand und schaffen Kapazitäten für Betriebsführung.

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