Die Landwirtschaft ist Grundlage unserer Ernährung, Teil unserer Kulturlandschaft und ein zentraler Faktor nationaler Resilienz. Viele bäuerliche Betriebe stehen unter massivem Druck: steigende Auflagen, administrative Lasten, Preisdruck durch Importe und Herausforderungen bei Hofnachfolge und Betriebserneuerung bedrohen Existenzen. Die UDFE steht an der Seite der Landwirtinnen und Landwirte. Nur eine starke, produktive und zugleich nachhaltige heimische Landwirtschaft sichert bezahlbare Lebensmittel, artgerechte Tierhaltung und eine gepflegte Kulturlandschaft, heute und für kommende Generationen.
Auf einen Blick
6 Leitprinzipien und 17 Forderungen im vollen Wortlaut. Wählen Sie eine Forderung, um direkt dorthin zu springen.
- Gezielte Förderungen für Familienbetriebe
- Nachfolge- und Übergangsprogramme
- Ausbildung & Qualifizierung
- Faire Einkaufspraktiken & Lieferverträge
- Preistransparenzplattform & Marktinformationen
- Vertragliche Mindestvergütung bei Direktabnahme
- Bevorzugung lokaler Kreisläufe in öffentlicher Beschaffung
- Förderung von Verarbeitungskapazitäten vor Ort
- Übergangsfinanzierung für Tierwohl-Umstellungen
- Anreize für ressourcenschonende Praktiken
- Praktikable Genehmigungs- und Dokumentationsregeln
- Äquivalenzanforderungen & Herkunftskennzeichnung
- Anti-Dumping- und Durchsetzungsinstrumente
- Landwirtschaftliche Infrastruktur
- Digitalisierungsoffensive Landwirtschaft
- Gezielte Steuererleichterungen
- Zielgerichtete Agrarförderung
Unsere Leitprinzipien
Ernährungssouveränität & Versorgungssicherheit
Deutschland soll seine Grundversorgung national absichern und strategisch unabhängiger werden.
Betriebs- und Familienfreundlichkeit
Förderung zielt auf kleine und mittlere Familienbetriebe sowie auf Nachfolge- und Existenzsicherung.
Pragmatischer Umweltschutz & Tierwohl
Ökologische Ziele und Tierwohl sind wichtig, ihre Umsetzung muss technisch möglich und wirtschaftlich tragbar sein; Umbauhilfen begleiten notwendige Veränderungen.
Faire Märkte & Preistransparenz
Erzeuger müssen faire Konditionen und verlässliche Vertragsbeziehungen gegenüber Handelsketten erhalten.
Weniger Bürokratie, mehr Beratung
Verwaltung soll entlasten; Beratung, Forschung und Digitalisierung sollen Betriebspraktiken verbessern.
Regelkonforme Importe & Wettbewerbsneutralität
Importprodukte sollen Herkunft und Produktionsstandards offenlegen; Wettbewerbsverzerrende Dumpingpraktiken sind zu verhindern – im Einklang mit WTO-/EU-Recht.
Konkrete Forderungen und Maßnahmen
Stärkung der Bauernbetriebe & Nachfolge
A1 Gezielte Förderungen für Familienbetriebe
Umgestaltung nationaler Förderlinien: Höhere direkte Förderanteile (Top-ups) für kleine und mittlere Höfe; Förderung betrieblicher Investitionen (Maschinen, Verarbeitung, Digitalisierung) mit günstigen Kreditzugängen.
A2 Nachfolge- und Übergangsprogramme
Steuerliche Erleichterungen und zinsgünstige Überbrückungskredite für Hofübernahmen; Mentoring-Programme und Gründerunterstützung für junge Landwirtinnen und Landwirte.
A3 Ausbildung & Qualifizierung
Ausbau der agrarischen Berufsausbildung, duale Modelle, mehr Forschungspfade in angewandter Agrartechnik, Tierhaltung und Betriebswirtschaft.
Marktwirtschaftliche Fairness & Preisstabilität
B1 Faire Einkaufspraktiken & Lieferverträge
Einführung und Durchsetzung verbindlicher Regeln gegen missbräuchliche Einkaufspraktiken (Transparenzpflicht, Fristannahmen, verpflichtende Verträge bei Direktlieferungen), orientiert an EU-Initiativen gegen Unfaire Handelspraktiken im Agrarsektor. Sanktionen bei Vertragsbruch.
B2 Preistransparenzplattform & Marktinformationen
Einrichtung eines öffentlichen Marktinformationssystems mit tagesaktuellen Preisen, Handelsvolumina und Vertragsbedingungen zur Verhandlungsstärkung der Produzenten.
B3 Vertragliche Mindestvergütung bei Direktabnahme
Statt pauschaler staatlicher Preisfestschreibung: verpflichtende, transparente Rahmenverträge bei Großabnahmen (LEH, Großküchen) mit Schiedsmechanismen zur Bestimmung fairer Preise auf Basis Produktionskosten und Gewinnmarge.
Regionalisierung & Wertschöpfungsketten
C1 Bevorzugung lokaler Kreisläufe in öffentlicher Beschaffung
Kommunen, Schulen, Krankenhäuser und Behörden priorisieren regionale Produkte bei vergleichbarer Qualität, soweit zumutbar und wirtschaftlich sinnvoll. Beschaffungsrichtlinien mit lokaler Quote und einfacher Zertifizierung.
C2 Förderung von Verarbeitungskapazitäten vor Ort
Investitionshilfen für regionale Verarbeitungsbetriebe, Schlachtung und Lagerlogistik, um Abhängigkeit von großen Aggregatoren zu reduzieren.
Umweltschutz, Tierwohl & nachhaltige Produktion
D1 Übergangsfinanzierung für Tierwohl-Umstellungen
Förderprogramme, Investitionszuschüsse und Pachtzuschüsse für Betriebe, die in tiergerechte Haltungssysteme investieren; flankierende Beratung, um Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.
D2 Anreize für ressourcenschonende Praktiken
Prämien für Fruchtfolge, Zwischenfrüchte, reduzierte Düngebilanz, Erosionsschutz und Aufforstung; verstärkte Förderung von Agroforst- und ökologischen Pufferstreifen.
D3 Praktikable Genehmigungs- und Dokumentationsregeln
Bürokratieabbau bei Nachweispflichten, Digitalisierung von Meldungen und Möglichkeit standardisierter, auditbasierter Kontrollen statt dauernder Einzelbelege.
Handel, Importe & Wettbewerbsregeln
E1 Äquivalenzanforderungen & Herkunftskennzeichnung
Auf EU-Ebene und national: Durchsetzung von Mindestanforderungen für Einfuhren (z. B. Rückstandsnormen, Tierwohlanforderungen, Pflanzenschutz-Standards) und verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Frischprodukte und Rohware.
E2 Anti-Dumping- und Durchsetzungsinstrumente
Stärkere Zoll- und Marktüberwachung gegen Dumpingpreise und Verstöße; Bund fördert Kontrollen und Rechtsdurchsetzung gegen illegale Wettbewerbsverzerrungen. Maßnahmen müssen WTO-/EU-kompatibel ausgestaltet sein.
Infrastruktur, Digitalisierung & Versorgungssicherheit
F1 Landwirtschaftliche Infrastruktur
Ausbau von Lagerkapazitäten, Verarbeitungseinrichtungen, ländlicher Verkehrsinfrastruktur und regionalen Vermarktungsplattformen.
F2 Digitalisierungsoffensive Landwirtschaft
Beratungs- und Förderprogramme für Präzisionslandwirtschaft (Sensorsysteme, Wetterdaten, Nährstoffmanagement) zur Ertrags- und Ressourceneffizienz.
Steuerpolitik & Förderarchitektur
G1 Gezielte Steuererleichterungen
Steuerliche Erleichterungen für Investitionen in Tierwohl, Klima-Anpassungsmaßnahmen und Energiesparprojekte (Sonderabschreibungen, Investitionsboni).
G2 Zielgerichtete Agrarförderung
Umorientierung von pauschalen Flächenprämien hin zu öffentlich-gebundenen Leistungen (Ökosystemleistungen, Hochwasserpuffer, Biodiversitätszahlungen), die kleinen Betrieben zugutekommen.
Begründung und Quellen
Existenzsicherung der Höfe: Zahlreiche Analysen zeigen, dass besonders kleine und mittlere Höfe unter Preisdruck, festen Plattformmargen und hohen Fixkosten leiden – Nachfolge- und Investitionsprobleme sind weit verbreitet. Unterstützung für Hofübergaben und Kapitalzugang wirkt direkt gegen Betriebsaufgabe.
Faire Handelspraktiken wirken: Verpflichtende Transparenz und vertragliche Mindeststandards stärken Verhandlungsmacht der Produzenten und reduzieren Ausbeutungsrisiken; EU-Initiativen gegen Unfaire Handelspraktiken zeigen Wege und Wirkung.
Regionalisierung reduziert Emissions- und Transportkosten: Kurze Wertschöpfungsketten erhöhen Wertschöpfung vor Ort, reduzieren Transportemissionen und stärken regionale Resilienz. Öffentliche Beschaffung ist ein starker Hebel.
Tierwohl mit Übergangsfinanzierung praktikabel: Empirische Auswertungen belegen: kombinierte Maßnahmen aus Investitionshilfen, Marktanreizen und Beratung erzielen bessere Akzeptanz als sofortige Verbote.
Importstandards & Gleiche Regeln: Wettbewerbsverzerrende Importe untergraben heimische Standards; Herkunftskennzeichnung und Durchsetzung von Mindeststandards sind politisch und technisch umsetzbar – oft auf EU-Ebene am effektivsten.
Bürokratieabbau & Digitalisierung sparen Zeit und Kosten: Digitalisierte Melde- und Prüfprozesse reduzieren Verwaltungsaufwand und schaffen Kapazitäten für Betriebsführung.