Ökonomisch · Thema 12 von 24

Infrastruktur und Mobilität

Effizienz an erster Stelle.

Ein leistungsfähiger Staat braucht eine verlässliche, moderne Infrastruktur. Deutschland steht vor der Herausforderung, bestehende Netze instand zu halten, Engpässe zügig zu beseitigen und Bauvorhaben effizient zu planen und durchzuführen. Verzögerungen, schlechte Wartung und fragmentierte Zuständigkeiten schaden Wirtschaft, Pendlern und dem Ansehen unseres Ingenieurwesens. Infrastrukturpolitik muss deshalb effizient, transparent und ergebnisorientiert sein, mit klaren Prioritäten für wirtschaftlich relevante Korridore, pragmatischen Bauprozessen und technologieoffenen Mobilitätslösungen, die den Nutzerinnen und Nutzern dienen.

Auf einen Blick

7 Leitprinzipien und 9 Forderungen im vollen Wortlaut. Wählen Sie eine Forderung, um direkt dorthin zu springen.

  1. Priorisierung wirtschaftlich relevanter Verkehrsadern
  2. Verbindliche Terminpläne & Vertragsmechaniken
  3. Nachtarbeit an Verkehrsknotenpunkten – pragmatische Regelung
  4. Konsequenzen für Fehlplanung & Verantwortliche
  5. Vergabe & regional engagierte Firmen
  6. Einsatz qualifizierter ausländischer Unternehmen – Ergebnisorientiert
  7. Bahnstruktur reformieren – Priorität Betrieb & Instandhaltung
  8. Moderne, technologieoffene Mobilitätskonzepte
  9. Digitalisierung, Monitoring & schnelle Genehmigungen

Unsere Leitprinzipien

Effizienz & Verlässlichkeit

Infrastrukturprojekte sind so zu planen und durchzuführen, dass sie termingerecht, kosteneffizient und nachhaltig realisiert werden.

Wirtschaftliche Priorität

Ausbau und Sanierung richten sich an gesamtwirtschaftlicher Bedeutung (Industrie-Anbindungen, Logistikkorridore, Knotenpunkte).

Rechtssicherheit & Arbeitsschutz

Maßnahmen (z. B. Nachtarbeit, Lärmschutzmodifikationen) respektieren Arbeitsschutz- und Umweltstandards, werden aber praxisnah angepasst, wo nötig.

Transparenz & Verantwortlichkeit

Planung, Vergabe und Bauausführung unterliegen klaren Reporting- und Haftungsregeln.

Regionale Wertschöpfung

Öffentliche Aufträge sollen den Standort stärken, mit rechtlich zulässigen sozialen und qualitativen Zuschlagskriterien.

Technologieoffenheit

Mobilitätspolitik folgt Effizienz-, Qualitäts- und Nutzerkriterien, nicht ideologischen Dogmen.

Priorität für Betrieb & Wartung

Neben Neubau gilt gleicher Fokus der Instandhaltung und Digitalisierung bestehender Netze.

Konkrete Forderungen und Maßnahmen

1 Priorisierung wirtschaftlich relevanter Verkehrsadern

Einführung eines nationalen Priorisierungskatalogs

Knoten (Autobahnkreuze), Industrieanbindungen, Binnenhäfen und Schienenkorridore mit hoher volkswirtschaftlicher Bedeutung erhalten Vorrang bei Planung, Finanzierung und Personalzuweisung.

Regelmäßige Risiko- und Prioritätsbewertungen

(Instandhaltungsstau, Verkehrsdichte, Bedeutung für Güterverkehr).

2 Verbindliche Terminpläne & Vertragsmechaniken

Öffentliche Bauaufträge

werden nur mit verbindlichen Meilensteinen und Sanktionen (z. B. finanzielle Abschläge bei Verzögerung, Bonus für frühe Fertigstellung) vergeben.

Standardisierte Vertragsmuster

(Zeitplan, Qualitätskriterien, Haftungsregelungen) für große Infrastrukturprojekte, flankiert durch unabhängige Projekt-Controlling-Instanzen.

3 Nachtarbeit an Verkehrsknotenpunkten – pragmatische Regelung

Vorrangige, zeitlich begrenzte Nachtarbeit an stark frequentierten Knotenpunkten

zur Minimierung von Staubelastungen (z. B. Sperrungen außerhalb der Betriebszeiten).

Anpassung von Lärm- und Arbeitsschutzvorschriften für solche Fälle

Verpflichtende Lärmschutzmaßnahmen, max. Nachtarbeitsdauer mit Rotation der Teams, Gesundheitsschutz für Beschäftigte – Änderungen nur im Rahmen des Arbeitsschutzrechts und nach Anhörung von Gemeinden und betroffenen Anwohnern.

4 Konsequenzen für Fehlplanung & Verantwortliche

Einführung verbindlicher Prüfroutinen und Haftungsregelungen

Grobe Fehleinschätzungen, wiederholte Budgetüberschreitungen oder offensichtliche Korruptionsfälle werden zivil- und disziplinarrechtlich verfolgt; bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit sind finanzielle Regressforderungen möglich. Strafrechtliche Schritte bleiben dem Rechtsweg vorbehalten (Korruption, Untreue).

Stärkere Qualitätskontrollen in der Planungsphase

verpflichtende, unabhängige Peer-Reviews für Großprojekte.

5 Vergabe & regional engagierte Firmen

Öffentliche Vergaben sollen Qualitäts-, Nachhaltigkeits- und lokale Wertschöpfungskriterien berücksichtigen innerhalb der Vorgaben von EU-/Vergaberecht. Soziale Kriterien (Tariftreue, Ausbildungsplätze, regionale Zulieferketten) sind zulässig und prüfbar.

Kleinere und regionale Firmen erhalten erleichterten Zugang zu Losen (Losgrößenstaffelung) und spezielle Qualifizierungsprogramme zur Teilnahme an Großprojekten.

6 Einsatz qualifizierter ausländischer Unternehmen – Ergebnisorientiert

Fremdvergabe an ausländische Anbieter

möglich, sofern Nachweis von Qualität, Termintreue und Compliance vorliegt; Ausschreibungen bleiben ergebnisorientiert, transparent und diskriminierungsfrei.

7 Bahnstruktur reformieren – Priorität Betrieb & Instandhaltung

Fokus auf Pünktlichkeit, Wartung und Schienennetzkapazität

klare Mittel für Wartung, digitalisiertes Flottenmanagement und Priorisierung von Pendler- und Güterverkehr.

Evaluation von Organisations- und Governance-Modellen der DB

(Transparenz zu Investitionen, strengere Zweckbindung von Fördermitteln, klarere Verantwortlichkeiten zwischen Infrastruktur & Betrieb).

Priorisierung von regionalen Schienenachsen

mit hoher Pendler- und Güternachfrage; moderne Fahrgastinformation und abgestimmte Angebotsplanung.

8 Moderne, technologieoffene Mobilitätskonzepte

Förderung multimodaler Mobilität

Investitionen in Radinfrastruktur dort, wo es sinnvoll ist, Ausbau öffentlicher Verkehre, gezielte Förderung von E-Mobilität-Ladestationen, Mobility-as-a-Service-Modelle. Entscheidungen gemäß Kosten-Nutzen-Analysen und Nutzerbedürfnissen.

Keine pauschalen Verbote einzelner Verkehrsträger – vielmehr Anreize für effiziente, saubere Lösungen.

9 Digitalisierung, Monitoring & schnelle Genehmigungen

Digitale Projektsteuerung, verbindliche Ausschreibungs- und Genehmigungsfristen

durch digitale One-Stop-Portale; Echtzeit-Monitoring von Baufortschritt und Budget.

Pilotprogramme für „Fast-Track“-Genehmigungen bei Projekten mit hoher volkswirtschaftlicher Priorität.

Begründung und Quellen

Wirtschaftliche Bedeutung: Verzögerte Infrastrukturprojekte verursachen direkte Kosten (Staus, Lieferverzögerungen) und indirekte Wettbewerbsnachteile; Priorisierung von Korridoren erhöht volkswirtschaftliche Renditen.

Vertragsmechanik wirkt: International bewährte Vertragsmodelle mit Boni/Malus erhöhen die Termin- und Kostenwahrnehmung bei Auftragnehmern; unabhängiges Controlling reduziert Risiken.

Nachtarbeit ist effizient, aber sensibel: Nachtarbeiten verkürzen Sperrzeiten und mindern Stau, benötigen aber strenge Lärm- und Arbeitsschutzmaßnahmen sowie Akzeptanz bei Anwohnern.

Haftung & Kontrolle: Länder mit stärkerer Projektgovernance weisen seltener massive Kostenüberschreitungen auf; Haftungs- und Regressregeln schaffen Anreize für realistische Planung.

Bahnpriorität & Wartung: Studien und Praxiserfahrungen zeigen, dass erhöhte Wartungsressourcen und digitalisiertes Flottenmanagement Pünktlichkeit und Verfügbarkeit deutlich verbessern.

Technologieoffenheit ist ökonomisch sinnvoll: Mobilitätsentscheidungen, die anhand von Kosten-Nutzen, CO₂-Bilanz, Nutzerakzeptanz und Raumverträglichkeit getroffen werden, erzielen die besten langfristigen Ergebnisse.

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