Ökonomisch · Thema 8 von 24

Produktion

„Made in Germany“ bewahren.

„Made in Germany“ steht weltweit für Qualität, Zuverlässigkeit und technische Exzellenz. Diese Stärke fußt auf einem dichten Netz aus leistungsfähigem Mittelstand, starken Industriekernen und einer hervorragenden Ingenieurskultur. Zugleich haben Globalisierung, Digitalisierung, Energiepreis- und Versorgungsrisiken sowie administrative Hürden in Teilen zu Produktionsverlagerungen und Herausforderungen beim Erhalt von Wertschöpfung geführt. Die Aufgabe der Politik ist es, die Produktionskompetenz zu sichern, strategische Schlüsselindustrien zu stärken und die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass hochwertige Produktion dauerhaft in Deutschland erhalten bleibt.

Auf einen Blick

7 Leitprinzipien und 9 Forderungen im vollen Wortlaut. Wählen Sie eine Forderung, um direkt dorthin zu springen.

  1. Bürokratieabbau als Standortvorteil
  2. Mittelstand & Nachfolge stärken
  3. Qualifizierte, hochwertige Produktion sichern
  4. Forschung, Entwicklung & Ingenieursförderung
  5. Industriepolitik & strategische Subventionen
  6. Energie & Rohstoffresilienz für Produktion
  7. Öffentliche Beschaffung & Made-in-Germany-Förderung
  8. Außenwirtschaft & Lieferketten
  9. Verantwortung in Rüstung und Exportpolitik

Unsere Leitprinzipien

Wertschöpfung sichern

Produktion und Industriearbeit sind kein Relikt, sondern ein zentraler Pfeiler nachhaltigen Wohlstands.

Soziale Marktwirtschaft stärken

Wettbewerbsfähigkeit, soziale Absicherung und Eigentumsschutz gehören zusammen.

Technologieoffenheit & Evidenz

Technologieentscheidungen sind faktenbasiert und technologieoffen, Kosten, Versorgungssicherheit, Klimawirkung und Skalierbarkeit fließen in die Abwägung.

Mittelstand als Rückgrat

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) brauchen besondere Unterstützung bei Nachfolge, Digitalisierung und Finanzierung.

Regulatorische Effizienz

Bürokratieabbau und digitale Verwaltung sind Standortvorteile.

Regionale Resilienz

Industrie- und Technologiezentren sollen gleichmäßig über das Land gefördert werden, damit Regionen von Produktion profitieren.

Verantwortung & Transparenz

Rüstungs- und Exportpolitik folgen klaren, rechtsstaatlichen Kriterien; Subventionen sind zielgerichtet, zeitlich begrenzt und evaluiert.

Konkrete Forderungen und Maßnahmen

1 Bürokratieabbau als Standortvorteil

  • Digitalisierung & Genehmigungsfast-lanes: Alle Genehmigungsverfahren für Produktionsstätten, Umweltprüfungen und Bauanträge werden priorisiert digitalisiert; für Investitionsprojekte ab bestimmter Größenordnung gelten verbindliche Bearbeitungsfristen („Fast Lane“).
  • One-in-One-out für Regelungen: Jede neue regulatorische Pflicht muss eine mindestens gleich wirksame alte Regel ersetzen; Regulierungsvorhaben durchlaufen verpflichtende Folgenabschätzungen (administrative Kosten-/Nutzenrechnung).

2 Mittelstand & Nachfolge stärken

  • Mittelstands-Nachfolgeprogramm: Beratungsförderung, steuerliche Übergangsregelungen und Kredite zu günstigen Konditionen (KfW-Fenster) für Unternehmensübernahmen; Förderprogramme, die Mitarbeiterübernahmen und Management-Buy-Outs erleichtern.
  • KMU-Digitalpaket: Zuschüsse für Digitalisierung, Automatisierung und Cyber-Sicherheit, gekoppelt mit regionalen IT-Beratungszentren.

3 Qualifizierte, hochwertige Produktion sichern

  • Förderung von High-Value-Manufacturing: Steuerliche Sonderabschreibungen und Investitionsprämien für Anlagen, die Produktion in Deutschland halten (z. B. Automotive-Zulieferer, MedTech, Mikroelektronik).
  • Regionale Technologieparks & Clusternetzwerke: Ausbau von Industrie- und Technologieparks außerhalb großer Metropolen, Anbindung an Hochschulen und duale Ausbildungszentren.

4 Forschung, Entwicklung & Ingenieursförderung

  • Exzellenz in angewandter Forschung: Stärkere öffentliche Förderung für Pilotierungs- und Skalierungsprojekte in Schlüsselbereichen (Mikroelektronik, Leichtbau, Produktionsautomation, Cleantech).
  • Ingenieur- & MINT-Offensive: Ausbau von MINT-Lehrangeboten, beruflicher Fortbildung und attraktiveren Karrierepfaden in Forschung und Lehre; praxisnahe Forschungsförderung in Kooperation mit dem Mittelstand.

5 Industriepolitik & strategische Subventionen

  • Zielgerichtete Subventionen: Fördermittel nur temporär und zweckgebunden (Sunset-Klauseln); Priorität für Projekte mit hohem Hebeleffekt auf Beschäftigung, Know-how-Erhalt oder Versorgungssicherheit.
  • Verbleibsklauseln & Rückzahlung: Bei substanzieller staatlicher Unterstützung sind Rückzahlungs-/Verbleibsklauseln vorzusehen, wenn Produktion ins Ausland verlagert wird.

6 Energie & Rohstoffresilienz für Produktion

  • Technologieoffener Energiemix: Förderung von erneuerbaren Energien, Wasserstoffproduktion, Energiespeichern und energieeffizienten Prozessen; Entscheidungen über den Einsatz bestimmter Technologien erfolgen anhand transparenter Studien zu Kosten, Versorgungssicherheit und Emissionswirkung.
  • Industriestrom-Modelle: Übergangsweise abgesicherte Industriestromtarife bei Wettbewerbslosigkeit, gekoppelt an Dekarbonisierungspläne und Effizienzauflagen.
  • Strategische Rohstofflager & Diversifizierung: Aufbau strategischer Reserven und Unterstützung für Recycling- und Substitutionsforschung bei kritischen Mineralien.

7 Öffentliche Beschaffung & Made-in-Germany-Förderung

  • Sozial- und Innovationskriterien in Ausschreibungen: Öffentliche Einkaufsprozesse berücksichtigen lokale Wertschöpfung, Qualitätsstandards und Innovationspotential (bei gleichwertiger Wirtschaftlichkeit). Transparenzpflichten und Prüfmechanismen verhindern Protektionismus.

8 Außenwirtschaft & Lieferketten

  • Resiliente Lieferketten: Diversifizierungsstrategien, strategische Partnerschaften und Unterstützung für das Re-Onshoring kritischer Produktionsschritte.
  • Exportförderung & Qualitätssicherung: Stärkere Unterstützung für KMU-Exporte (Marktzugang, Zertifizierungen) und Qualitätsoffensiven („Made in Germany“-Label stärken).

9 Verantwortung in Rüstung und Exportpolitik

  • Gezielte, rechtsstaatliche Rüstungsexporte: Exporte erlauben wir ausschließlich an demokratische Partnerstaaten unter klaren Genehmigungs- und Transparenzregeln; BAFA-Kontrollen werden gestärkt und öffentliche Berichterstattung ausgebaut.

Begründung und Quellen

Wirtschaftliche Basis & Bedeutung der Industrie: Der Industriesektor (Automobil, Maschinenbau, Chemie) trägt unverändert maßgeblich zu Exporten und Beschäftigung bei; Handel und Industrie bleiben Kernstück deutscher Wertschöpfung.

Mittelstand als Rückgrat: KMU stellen den Großteil der Beschäftigung und sind Innovationsmotor; die Nachfolgekrise bei Mittelstands-Inhabern ist empirisch belegt und gefährdet Produktionserhalt.

Deutliche Wettbewerbsherausforderungen: Analysen (ifo u. a.) zeigen eine Verschlechterung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit; hohe Energie- und Standortkosten sowie langsame Genehmigungsprozesse sind wiederkehrende Hemmnisse.

Hydrogen & Technologieoffenheit: Die nationale Wasserstoffstrategie und begleitende Studien betonen, dass grüne Wasserstoff-Projekte, Speicher und eine technologieoffene Herangehensweise zentrale Bausteine für industrielle Dekarbonisierung sind. Entscheidungen sollten auf Kosten-Nutzen- und Versorgungsanalysen beruhen.

Exportkontrolle & Transparenz: Deutschlands Exportkontrollsystem (BAFA) ist etabliert; strengere Transparenz- und Berichtspflichten erhöhen Legitimität und verhindern Missbrauch.

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