Eine solidarische Gesellschaft erkennt den Wert älterer Menschen an. Wer ein Leben lang gearbeitet, gepflegt oder sich für andere eingesetzt hat, verdient Sicherheit, Respekt und Fürsorge im Alter. Doch in der Realität sind Altersarmut, überlastete Pflegekräfte und profitorientierte Pflegekonzerne zur Belastung geworden. Dieser Trend muss umgekehrt werden – mit einer Politik, die Würde im Alter, Transparenz in der Pflege, steuerliche Fairness und gesellschaftliche Anerkennung für Lebensleistung sicherstellt.
Wir wollen, dass Senioren in Würde altern können, nicht in Unsicherheit oder Abhängigkeit. Gleichzeitig setzen wir auf die Stärkung des sozialen Zusammenhalts zwischen den Generationen.
Auf einen Blick
4 Leitprinzipien und 10 Forderungen im vollen Wortlaut. Wählen Sie eine Forderung, um direkt dorthin zu springen.
- Steuerfreier Zuverdienst im Alter
- Rentenpunkte für soziale Leistungen
- Gesellschaftlicher Dienst zur Entlastung der Pflege
- Generationenbonus für gesellschaftliches Engagement
- Pflegefinanzierung fair gestalten
- Transparenzpflichten in der Pflege
- Verbindliche Personal- und Qualitätsstandards
- Förderung sozialer Prägung
- Mehrgenerationenwohnen fördern
- Pflegende Angehörige entlasten
Unsere Leitprinzipien
Würde im Alter
Jeder Mensch hat Anspruch darauf, in Sicherheit, Unabhängigkeit und Respekt alt zu werden, unabhängig von Einkommen oder Herkunft.
Lebensleistung anerkennen
Wer jahrzehntelang gearbeitet, gepflegt oder ehrenamtlich beigetragen hat, verdient gesellschaftliche und finanzielle Anerkennung.
Pflege als Gemeinschaftsaufgabe
Pflege darf kein Geschäftsfeld für maximale Profite sein. Sie ist Teil der Daseinsvorsorge und erfordert klare Qualitätsstandards.
Generationenvertrag erneuern
Junge und alte Menschen tragen gemeinsam Verantwortung für ein funktionierendes Sozialsystem. Gegenseitige Solidarität ist die Basis einer stabilen Gesellschaft.
Konkrete Forderungen und Maßnahmen
1 Steuerfreier Zuverdienst im Alter
Wer über das reguläre Renteneintrittsalter hinaus arbeitet, soll seine gesetzliche Rente steuerfrei zusätzlich zum Einkommen beziehen können. Das stärkt Motivation, Fachkräfte länger im Erwerbsleben zu halten, und reduziert Fachkräftemangel.
2 Rentenpunkte für soziale Leistungen
Pflege von Angehörigen, Kindererziehung über das Mindestmaß hinaus oder langjähriges Ehrenamt werden rentenrechtlich berücksichtigt. Lebensleistung umfasst mehr als Erwerbsarbeit.
3 Gesellschaftlicher Dienst zur Entlastung der Pflege
Einführung eines verpflichtenden sozialen Jahres für junge Männer und Frauen. Einsatzmöglichkeiten: Pflegeeinrichtungen und soziale Dienste. Dies fördert soziale Kompetenzen, stärkt den Generationenzusammenhalt und entlastet den Pflegesektor.
4 Generationenbonus für gesellschaftliches Engagement
Wer sich in jungen Jahren nachweislich für ältere Mitbürger einsetzt (z. B. Nachbarschaftshilfe, Pflegebegleitung, Vereinsarbeit), erhält Bonuspunkte, die später bei staatlichen Leistungen (z. B. Pflege, Wohnen) berücksichtigt werden.
5 Pflegefinanzierung fair gestalten
Gewinnorientierte Pflegeheime unterliegen einer Renditebegrenzung. Gewinne müssen reinvestiert werden, um Qualität und Personal zu sichern. Gemeinnützige Träger werden steuerlich und finanziell bevorzugt.
6 Transparenzpflichten in der Pflege
Alle Pflegeheime (öffentlich, privat, gemeinnützig) sind verpflichtet, ihre Einnahmen, Kosten und Personalstruktur jährlich offenzulegen. Das schafft Vertrauen und verhindert Missbrauch.
7 Verbindliche Personal- und Qualitätsstandards
Pflegekräfte erhalten eine bessere Bezahlung, verbindliche Höchstgrenzen für Patientenzahlen pro Schicht und flexible Arbeitszeitmodelle. Finanziert wird dies über eine gerechte Pflegeumlage und Umstrukturierung ineffizienter Mittel.
8 Förderung sozialer Prägung
Zuschüsse oder Gutscheine für Vereinsmitgliedschaften (Sport, Musik, Kultur) für Kinder aus einkommensschwachen Familien; verbesserte institutionelle Förderung für Träger, die niedrigschwellige Bildungs- und Freizeitangebote bereitstellen.
9 Mehrgenerationenwohnen fördern
Staatliche Programme für Bau und Sanierung von generationenübergreifenden Wohnkonzepten werden mit steuerlichen Vorteilen und Zuschüssen unterstützt. Das stärkt den sozialen Zusammenhalt und entlastet klassische Pflegeheime.
10 Pflegende Angehörige entlasten
Einführung eines steuerfreien Pflegegeldes sowie Rechtsanspruch auf flexible Arbeitszeitmodelle für pflegende Angehörige. Damit werden familiäre Leistungen anerkannt und die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege gestärkt.
Begründung und Quellen
Demografie: Deutschland altert stark; bis 2035 werden über 20 Mio. Menschen älter als 67 Jahre sein. Ohne Reformen steigt das Risiko von Altersarmut und Pflegeengpässen erheblich.
Rente & Weiterarbeit: Studien des DIW zeigen, dass steuerliche Freibeträge für Erwerbstätige im Rentenalter sowohl Fachkräfteengpässe abfedern als auch Altersarmut senken können.
Soziale Leistungen anerkennen: Rentenpunkte für Pflege und Ehrenamt honorieren unbezahlte Arbeit, die volkswirtschaftlich Millionen bis Milliarden spart.
Pflegequalität: Forschung belegt, dass Personalschlüssel und faire Bezahlung zentrale Faktoren für Pflegequalität sind; hohe Renditeerwartungen in Pflegekonzernen gehen oft zulasten der Versorgung.
Generationenwohnen: Modellprojekte in mehreren Bundesländern zeigen, dass Mehrgenerationenwohnen Kosten spart, Vereinsamung reduziert und Pflegebedarfe mindert.