Kultur stiftet Identität, vermittelt Werte und verbindet Generationen. Sie ist zugleich Wirtschaftsfaktor, Tourismusmotor und Standortvorteil. Kulturpolitik darf nicht einseitig werden; sie muss das gesamte Spektrum unserer Geschichte, Regionalität, Künste und Handwerkskunst abbilden, von der Romanik bis zur Industriearchitektur, von Volksfesten bis zur zeitgenössischen Kunst. Staatliche Förderung soll Vielfalt ermöglichen, nicht politisch instrumentalisieren. Kulturförderung muss transparent, wirkungsorientiert und inklusiv sein.
Auf einen Blick
6 Leitprinzipien und 9 Forderungen im vollen Wortlaut. Wählen Sie eine Forderung, um direkt dorthin zu springen.
- Breite Förderprogramme für Geschichtsbewusstsein & Identität
- Unabhängiges Kulturförderungs- & Bewertungszentrum
- Tradition, Handwerk & Baukultur stärken
- Denkmalschutz modernisieren – Anreize statt Überregulierung
- Regionales Brauchtum, Dialekte & Festivals fördern
- Kultur als Wirtschaftsfaktor – Tourismuseffekte nutzen
- Bildungs- und Vermittlungsprogramme
- Neutralität & Transparenz in Kulturförderung
- Digitalisierung des kulturellen Erbes
Unsere Leitprinzipien
Vielfalt & Tradition
Kulturpolitik fördert Traditionspflege und historische Reflexion gleichermaßen wie zeitgenössische Kultur.
Neutralität & Unabhängigkeit
Förderentscheidungen sind fachbasiert, plural und frei von einseitiger politischer Steuerung.
Regionale Verankerung
Kulturförderung stärkt Regionen, erhält Brauchtum und schafft lokale Wertschöpfung.
Wirtschaftliche Vernunft
Kultur ist auch Wirtschaft, Museen, Festivals, Handwerk und Denkmalschutz sind Investitionen in Beschäftigung und Tourismus.
Bildung & Vermittlung
Kulturkompetenz gehört in Schulen, Museen und Gemeinden; Kulturbildung fördert Zusammenhalt.
Nachhaltiger Erhalt
Denkmalschutz soll fördern, nicht lähmen, mit Anreizen für Eigentümer und klaren, schnellen Förderwegen.
Konkrete Forderungen und Maßnahmen
1 Breite Förderprogramme für Geschichtsbewusstsein & Identität
Kulturfonds „Deutsches Erbe“
Förderlinie für Projekte, die unterschiedliche Epochen der deutschen Geschichte (z. B. Mittelalter, Reformation, Industriezeitalter, Aufklärung) lebendig machen, Ausstellungen, Theaterprojekte, interaktive Bildungsformate, Oral-History-Initiativen. Förderkriterien: wissenschaftliche Begleitung, Bildungseffekt, regionale Einbindung.
Museums-Offensive außerhalb der Metropolen
Finanzierung für Regionalmuseen und Wanderausstellungen, damit kulturelle Bildung flächendeckend zugänglich wird.
2 Unabhängiges Kulturförderungs- & Bewertungszentrum
Gründung einer unabhängigen Kulturbewertungsagentur (paritätisch besetzt mit Wissenschaft, Fachleuten, zivilgesellschaftlichen Vertretern)
prüft Förderanträge nach fachlichen Kriterien, evaluiert Wirkungen, veröffentlicht Rechenschaftsberichte. Ziel: Neutralität, Transparenz und Qualitätssicherung bei Fördermitteln.
3 Tradition, Handwerk & Baukultur stärken
Handwerks-Investprogramm
Zuschüsse und Steueranreize für Ausbildungsplätze in traditionellen Gewerken (Zimmerer, Steinmetz, Restaurator), Förderung von Meisterausbildung und Innovationsprojekten zur Verbindung von Traditionshandwerk mit moderner Fertigung. Handwerk schafft Ausbildungsplätze und sichert Substanz in Regionen.
Förderung traditioneller Architektur
Beratungs- und Förderprogramme für Neubau und Sanierung, die regionale Baukultur respektieren; Musterpläne und technische Beratungszentren unterstützen Bauherren.
4 Denkmalschutz modernisieren – Anreize statt Überregulierung
Schnelle Förder- und Genehmigungsstränge
One-Stop-Anlaufstellen für Denkmalschutzmaßnahmen mit gebündelter Beratung, vereinfachten Förderanträgen und beschleunigten Prüfprozessen.
Steuerliche Erleichterungen & Zuschüsse
Sonderabschreibungen, Zinsvergünstigungen und Zuschüsse für private Eigentümer, die denkmalgerechte Sanierungen durchführen; verpflichtende Rückbau-/Erhaltungspläne bei geförderten Projekten.
5 Regionales Brauchtum, Dialekte & Festivals fördern
Regionalfonds für Brauchtum & Volksfeste
Kleinförderungen für Vereine, Trachtenpflege, Dialektprojekte, Handwerksmärkte und Heimatpfleger; einfache Antragsprozesse und jährliche Monitoring-Reports. Ziel: lebendige Tradition statt musealer Einzäunung.
Festival-Dezentralisierung
Zuschüsse für kulturelle Großereignisse in Mittelstädten statt nur Metropolen-Fokus – stärkt lokale Ökonomien und Begegnungsräume.
6 Kultur als Wirtschaftsfaktor – Tourismuseffekte nutzen
Kultur-Tourismus-Kooperationen
Regionale Kultur-Tourismus-Bündnisse (Museumspässe, Route-Netzwerke, kombinierte Ticketangebote) zur Steigerung von Übernachtungen und lokaler Wertschöpfung. Kultureller Sektor trägt erheblich zur Wirtschaftskraft bei, staatliche Unterstützung zahlt sich oft über steigende Besucherzahlen aus.
7 Bildungs- und Vermittlungsprogramme
Kulturcurriculum für Schulen
Verbindliche Module zu nationaler und regionaler Geschichte, Handwerk, musischer Bildung und Medienkompetenz; Kooperationen mit Museen für Praxisprojekte.
Kulturelle Kompetenzzentren
Regionale Zentren für Aus- und Weiterbildung von Kulturmanagern, Vermittlern und Lehrkräften.
8 Neutralität & Transparenz in Kulturförderung
Offene Förderdaten & Rechenschaft
Alle Förderentscheidungen werden veröffentlicht (Empfänger, Beträge, Begründung). Politisch einseitige Mittelvergaben sind zu unterbinden; unabhängiges Bewertungszentrum prüft auf Ausgewogenheit.
Förderstopp bei einseitiger Voreingenommenheit
Bei nachweislicher, systematischer Parteinahme einzelner Institutionen werden Förderlinien überprüft und neu ausgeschrieben.
9 Digitalisierung des kulturellen Erbes
Digitalisierungsprogramm Archive & Sammlungen
Fördermittel für Digitalscanning, virtuelle Ausstellungen, Open-Access-Datenbanken und Bildungs-APIs (besondere Priorität: regionale Bestände und bedrohte Sammlungen).
Begründung und Quellen
Wirtschaftliche Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft: Der Kultur- und Kreativsektor ist ein relevanter Wirtschaftszweig in Deutschland mit hoher Bruttowertschöpfung; Kulturförderung schafft Jobs und Wachstum. (Bundeswirtschaftsministerium / UNESCO: kulturelle und kreative Industrien generieren substanzielle wirtschaftliche Werte).
Handwerk & Ausbildung: Das Handwerk ist ein zentraler Ausbildungs- und Beschäftigungspfeiler; Investitionen in traditionelle Gewerke sichern Ausbildungsplätze und regionale Kompetenzen.
Heritage-Rehabilitation und lokale Wirkung: Denkmalgerechte Sanierungen und Kulturinvestitionen beeinflussen positiv lokalen Tourismus, Gewerbe und Stadtentwicklung, sie wirken als Katalysatoren für Regionalentwicklung.
Kultur und Tourismus: Kultur ist Treiber für Besucherströme und Übernachtungen; koordinierte Kultur-Tourismus-Strategien erhöhen die wirtschaftliche Rendite öffentlicher Investitionen.